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In Ellwangen hat der Maler Sieger Köder ein eigenes Museum bekommen
Komponiert aus Farben, Formen und Flächen |
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Eine Wandmalerei auf dem Hohenberg, ein »Frauenaltar« in der Stephanuskirche in Wasseralfingen oder gar ein Altarbild im Gotteshaus der deutschsprachigen Gemeinde in Paris: Wer bisher Bilder des Malers und Priesters Sieger Köder »live« studieren wollte, musste reisen. Künftig wird es einfacher: Ein eigenes Museum in den Räumen der St.-Anna-Schwestern in Ellwangen versammelt rund 150 Arbeiten des gebürtigen Wasseralfingers – eine Dauerausstellung, die vor allem die geistliche Dimension seines Werkes hervortreten lassen will.
»Sieger-Köder-Museum Bild und Bibel« nennt der Träger, die Sieger-Köder-Stiftung, das Projekt in den ehemaligen Kreißsälen der einstigen St.-Anna-Klinik oberhalb der Jagst. Das ist Programm: In zwölf Räumen hat die Stiftung Arbeiten zusammengetragen, die für das Schaffen Köders repräsentativ sind. Darunter sind dreißig Blätter der in seinen Tübinger Jahren – Köder hat erst mit 40 begonnen, dort Theologie zu studieren – entstandenen »Tübinger Bibel«, ein Replikat seines für Misereor gestalteten Hungertuches oder ein erst kürzlich entdeckter Schulaltar aus Köders Zeit als Kunsterzieher am Aalener Schubart-Gymnasium.
Geistliche Dimension im Mittelpunkt
Die geistliche Dimension Köders steht im Mittelpunkt des Museums. Glutrot empfängt in dem Raum, der dem Alten Testament gewidmet ist, der Dornbusch des Mose, wie Mauern stehen die Wasser des Meeres rechts und links der Fußspuren des Volkes Israel, die es soeben auf der Flucht aus Ägypten durchwatet hat. Die berühmten Köderschen Rosen begegnen in dem »Haus Gottes« betitelten Raum 3, der sich mit der Kirche in seinen architektonischen wie spirituellen Aspekten befasst: »Labyrinth und Rose« und »Die Rose von Chartres« – zwei Hommagen an die mystische Verwobenheit von Idee und Gestalt am Beispiel der Kathedrale im nordfranzösischen Chartres – bezeugen den meisterlichen Umgang Köders mit der Farbe.
Köders Bilder sind oft von visionärer Kraft – das ist einer der Gründe, weshalb viele Menschen seine Arbeiten als Trost empfinden: Sie reichen über den Alltag hinaus, durchdringen ihn, machen ihn transparent, sodass Licht aus dem jenseitigen Raum, in den sie weisen, ins Diesseits fallen kann. Das »Engelskonzert« ist so ein Fall – untergebracht in einem Raum, den die Gestalter des Museums als »Raum der Stille« konzipiert haben. Gedämpfte geistliche Musik umfängt den Besucher, lässt seine beim Rundgang durch die anderen Räume aufgewärmten Sinne sich ganz und gar der Botschaft der Bilder öffnen.
Beschäftigung fürs Auge
Das »Engelskonzert«, ein vielgestaltiges, mehrdimensionales Arrangement aus Figuren, Farben und Flächen reichte aus, um die Augen für eine ganze Stunde zu beschäftigen. Doch nicht nur das: »Da ist Musik drin«, erläutert Museums-Mitinitiator Willibald Bezler, selbst Musiker von Rang, und meint damit nicht nur die abgebildeten Instrumente der Engel: Es sei ein Bild, komponiert »wie eine Fuge«.
Auch wenn das Museum den biblisch-religiösen Teil des Köder-Werks betont – die weltliche Seite des Künstlers gerät nicht aus dem Blick: Vogelscheuchen und Harlekine, humorvolle Bleistiftskizzen und erste Kinderzeichnungen geben einen Eindruck von Tiefe und Breite der Persönlichkeit.
Museumsshop mit Büchern und Karten
Köder-Liebhaber haben im eigens eingerichteten Museumsshop Gelegenheit, sich mit Köder-Büchern und -Grußkarten einzudecken. Der Künstler selbst kann, wenn er je wollte, seine Bilder täglich in Augenschein nehmen: »SK«, wie Sieger Köder signiert, wohnt ein Stockwerk tiefer im selben Haus. |
Thomas Moritz Müller
Fotos: Hageneder
Quelle: Katholisches Sonntagsblatt Ausgabe 20/2011 |
DAS MUSEUM
Das Sieger-Köder-Museum (mit Shop) in Ellwangen (Wegweiser »St.-Anna-Schwestern«, Eingang über Nikolaistraße) ist geöffnet: Sa–So von 10.30 bis 17 Uhr, Di– Fr von 14 bis 17 Uhr, Mo sowie am Karfreitag, Fastnachtsdienstag und zwischen 24. Dezember und 1. Januar geschlossen |
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